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Elektronischer Pass in Belgien

Auch Belgien führt den elektronischen Pass ein, dort wird er auch an Kinder ausgegeben. Der Pass soll neben dem Ausweisdokument unteranderem auch als Zugangsberechtigung zu Internet-Angeboten genutzt werden.

Die Karte ist Teil eines größeren Programms, in dem elektronische Ausweispapiere eingeführt werden sollen. Die Karte für Erwachsene enthält z.B. auch eine elektronische Signatur, die unter Anderem für Steuererklärungen genutzt werden kann.

Wie schon in der BRD zeichnet sich hier als langfristiges Teilziel das Ende der anonymen Internutzung ab. Denn wenn der Pass erstmal vom Staat als elektronische Identifizierung anerkannt ist dürfte es nicht lange daueren bis eCommerce Seiten nachziehen, dann folgen die WebMailer Dienste, …

Aber solange elektronische Pässe nicht weltweit üblich sind kann man wohl noch auf andere Anbieter ausweichen.

Was der elektronische Personalausweis noch so kann

Neben der biometrischen Totalerfassung der Bevölkerung durch den geplanten elektronischen Personalausweis ist anscheinend geplant den Ausweis mit Funktionen für digitale Signaturen sowie einfachere Online-Authentisierungen auszustatten. (heise)

Insbesondere auf den Aspekt der Online-Authentisierung geht rabenhorst ein:

Mit dem PIN-Code müssen sich Bürger registrieren lassen, wenn sie auf elektronischem Wege mit Verwaltungen in Kontakt treten - beispielsweise dann, wenn sie ein Auto anmelden oder nachfragen wollen, wie viele Punkte sie bei der Verkehrssünder-Kartei in Flensburg haben. Auch zur Registrierung bei Wahlen könnte der Code eingesetzt werden. Möglicherweise werde er zu Rationalisierungsmaßnahmen in der Verwaltung führen, heißt es. Der PIN-Code käme darüber hinaus bei allen kommerziellen Geschäften im Internet zum Tragen. Käufer etwa bei “ebay” müssten ihren Code nennen. Umgekehrt müssten sich im Internet tätige Unternehmen ihrerseits registrieren lassen, um den PIN-Code einfordern zu dürfen.

Was sich zunächst praktisch und in einigen Fällen vielleicht sogar wünschenswert anhört läuft meiner Meinung nach langfristig auf das Ende einer anonymen Internet Nutzung hinaus.

Das sich Sicherheits- und Innenpolitiker für den “Internet-Personalausweis” erwärmen ist nur naheliegend, weil sie in ihm angesichts eines Internets, in dessen unregulierten Freiräumen sich ihrer Meinung nach nur noch Terroristen anonym und verschlüsselt ihre Anleitungen zum Bau ihrer Atombomben zusammenklicken, neben Online-Überwachung, Internet-Monitorung und Vorratsdatenspeicherung ein weiteres Werkzeug vermuten, das der unkontrollierten Internetnutzung den Garaus machen könnte.

First We Break Your Tag, Then We Break Your Systems

wired berichtet über einen erfolgreichen Angriff auf RFID-Ausweis Lesegeräte.

Lukas Grunwald, an RFID expert who has served as an e-passport consultant to the German parliament, says the security flaws allow someone to seize and clone the fingerprint image stored on the biometric e-passport, and to create a specially coded chip that attacks e-passport readers that attempt to scan it. (…) If a reader could be compromised using Grunwald’s technique, it might be reprogrammed to misreport an expired passport as a valid one, or even — theoretically — to attempt a compromise of the Windows-based border-screening computer to which it is connected.

Ob der Dreck jetzt so langsam mal eingestampft wird? Vielleicht wegen Gefährdung der “Nationalen Sicherheit”?!

Wohl nicht. Schade eigentlich.

Boykott der biometrischen Vollerfassung

Der Chaos Computer Club ruft zum Boykott der biometrischen Vollerfassung auf:

“Mit dem sofortigen, schrankenlosen Online-Abruf der Passbilder schon bei Ordnungswidrigkeiten wird eine neue Dimension des staatlichen Biometrieterrors gegen die Bürger erreicht. Kombiniert mit Verfahren zur automatischen Gesichtserkennung sind der permanenten Alltagsüberwachung nun keine Grenzen mehr gesetzt”, sagte CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn.

Der Chaos Computer Club ruft daher alle Bürger auf, die Abnahme der Fingerabdrücke zu boykottieren. Bereits wenn sich ein kleiner Teil der Bevölkerung der erkennungsdienstlichen Behandlung verweigert, kann die Totalüberwachung noch verhindert werden

Richtig so!

Zur Notwendigkeit biometrischer Pässe

Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion zur »Notwendigkeit der biometrischen Pässe«:

…daß es in der Zeit von 2001 bis 2006 lediglich sechs Fälschungen und 344 »Verfälschungen« deutscher Pässe gegeben hat.

Bei den Zahlen leuchtet schlagartig ein dass “wir” neue Pässe brauchen. Ich denke es wird immer deutlicher dass das Ziel tatsächlich eher im Auf-/Ausbau einer weitgehenden Überwachungsinfrastruktur liegt.

via fefe



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