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Archived entries for Gläserner Bürger

Petition gegen “intelligente Zähler”

Petition gegen unfreiwillige Aufzeichnung des Energie-Verbrauchsverhaltens in Wohnungen

Hintergrund: „Intelligente Zähler“ bedrohen die Unverletzlichkeit unserer Wohnungen. Mithilfe der elektronischen Verbrauchsaufzeichnungen dieser Geräte kann unsere Anwesenheit und unser Verhalten in unserer Privatwohnung in bisher ungekanntem Maße nachvollzogen und ausgewertet werden. Aus den Schwankungen des Stromverbrauchs kann Analysesoftware beispielsweise errechnen, welche Geräte wir zu welcher Zeit und zu welchem Zweck jeweils betreiben und betrieben haben. (…) Die Verwendungs- und Missbrauchsmöglichkeiten von Informationen über unser Verhalten zuhause sind hoch: Der Vermieter oder Ehepartner kann unsere Anwesenheit und unser Verhalten zuhause überprüfen. Das Wissen über die in einem Haushalt vorhandenen Geräte kann zu Werbezwecken genutzt werden. Aber auch Polizei oder Geheimdienste können anhand der Daten unser Verhalten zuhause noch nach Monaten nachvollziehen.

via datenspeicherung

Minority Report

Technology Review berichtet über Intels Versuch einen Aspekt aus Minority Report Realität werden zu lassen:

Der Chip-Riese-Intel will nun helfen: mit seiner kürzlich erworbenen Tochter CognoVision hat er eine Gesichtserkennungssoftware entwickelt, die das Geschlecht und das ungefähre Alter von Personen ermitteln kann, die vor einer digitalen Werbetafel stehen. Über kostengünstige integrierte Kameras soll sich so feststellen lassen, ob Werbung bei den Kunden wirklich ankommt. In späteren Versionen könnte die Software Reklame sogar automatisch an die Kundschaft anpassen.

Datensammlung an der Kasse

Nach Informationen der Frankfurter Rundschau sammeln offenbar alle großen Anbieter von Kassensystemen zur Kartenzahlung die Daten der Kunden. Sie setzen sie systematisch für sofortige Bonitätsprüfungen an der Kasse ein. Die Datenbanken geben dann bei künftigen Einkäufen eine Empfehlung darüber ab, ob dem Kunden getraut werden kann.

Dabei greifen die Firmen aber nicht nur auf Sperrdateien zurück. Diese vermerken Kunden, deren Abbuchungen tatsächlich jüngst geplatzt sind. Sondern es werden auch Positivlisten angelegt. Bei Intercard heißt es zum Beispiel, dass 75 Prozent aller im Handel eingesetzten Karten in einer sogenannten White-List geführt werden. Darin werden offenbar Daten über Häufigkeit des Karteneinsatzes und eingesetzte Summen ausgewertet. Daraus kann ein grober Rückschluss auf die Bonität gezogen werden. Diese Bewertung bleibt auch allen anderen Kunden, die die Kasse beobachten, nicht verborgen

via fr online

ELENA spart kein Geld

ELENA sollte angeblich ja Geld sparen und nicht einfach nur eine gewaltige Datenzentralisierung werden, naja erreicht wird wohl doch nur eines der Ziele:

Eine Studie des Normenkontrollrates kommt zu dem Schluss, dass “das ELENA-Verfahren nach heutiger Rechtslage im Saldo zu einer Gesamtentlastung von 8,3 Millionen Euro pro Jahr” führe, hauptsächlich für größere Unternehmen. Bei Kleinstunternehmen könnte ELENA gegenüber dem bisherigen papierbasierten Einkommensnachweis sogar zu Mehrkosten führen. Über mögliche Entlastungen für die Bürger sagt das Gutachten nichts aus. Für den Staat könnte ELENA sogar zu Mehrkosten führen. Dort “werden die Einsparungen der Verwaltung durch die zu erwartenden Mehrkosten deutlich übertroffen”, so das Gutachten weiter.

Spy-Phone

Ich werde mich wohl doch noch um ein Android Fon kümmern müssen, schade eigentlich, aber Apples Patentantrag 20100207721 (“Systeme und Verfahren zum Identifizieren nicht-autorisierter Nutzer eines elektronischen Geräts”) geht mir deutlich zu weit:

Der Antrag beschreibt Methoden wie diese:

  • Das System soll die Identität eines Nutzers anhand verschiedener Merkmale prüfen. Als Beispiele nennt der Antrag: “Ein Foto des aktuellen Nutzers kann aufgenommen werden, ein Mitschnitt der Stimme kann aufgezeichnet werden, der Herzschlag kann protokolliert werden.” Software soll diese Daten auswerten, ausdrücklich wird ein System zur Gesichtserkennung genannt, und mit den bereits aufgezeichneten Merkmalen autorisierter Nutzer vergleichen.
  • Diese Aufzeichnungen können in bestimmten Ausführungen des Systems verdeckt erfolgen. Wortwörtlich steht im Patentantrag: “In einigen Gestaltungen kann die Aufnahme angefertigt werden, während der Nutzer telefoniert, in anderen Fällen kann das Gerät alle Stimmen oder Geräusche aufnehmen, die erfasst werden, unabhängig davon, ob ein Anruf erfolgt oder nicht.”
  • Die Kamera des Geräts kann Aufnahmen der Umgebung machen und analysieren, ob darauf außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten zu sehen sind und anhand dieser die aktuelle Position des Gerät bestimmen.
  • Der Bewegungssensor des Geräts soll einer Software Daten liefern, die anhand einer “Datenbank von Erschütterung-Profilen die aktuelle Transportart des elektronischen Geräts feststellt”.

Neu und beunruhigend an Apples Patentantrag sind die Ideen zur Nutzung dieser Sensoren. Die Überwachungssoftware wird nicht auf das Kommando eines Menschen aktiv, sie läuft immer mit. Man muss sein Gerät nicht als gestohlen melden, das erledigt es von selbst. Wenn das Gerät - sagen wir der Anschaulichkeit halber das iPhone - vermutet, dass es von einem nicht-autorisierten Nutzer bedient wird, kann es heimlich Warnmeldungen verschicken. An - so die Beispiele aus dem Patentantrag - “den Besitzer, die Polizei, andere zuständige Behörden, Personen aus dem Adressbuch des Geräts”.



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