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Archived entries for geruchserkennung

Terroristen am Geruch erkennen

Manche Sachen die in der Sicherheitsindustrie gerade getestet werden scheinen direkt aus schlechten Filmen geklaut zu sein:

A device that ‘smells’ human fear is being developed by British scientists who hope it could be used to identify terrorists by detecting scents found in sweat.

Da “Terroristen” und “Kriminelle” ja bekanntermaßen die einzigen Menschen sind die, aus welchen Gründen auch immer, Angst haben sind False Positives hier sicher kaum zu erwarten. *kopfschüttel*

Verdächtiger Geruch

Der Guardian hat einen interesanten Artikel über den Einsatz von Geruchserkennung bei der Polizei.

Olfactory surveillance - the monitoring of personal odour - is on the increase. The number of dogs trained in the detection of criminal suspects and substances is growing. But dogs aren’t the only tool envisioned for the future. The Home Office is known to have funded at least one study into the feasibility of releasing swarms of trained bees to search out target odours. The US has similar plans for moths, bees, wasps and cockroaches, and Russia has cross-bred jackals with dogs for an enhanced sense of smell. Even yeast has been genetically manipulated to react to molecules of interest to the security services.

Und schließt mit der Warnung:

We are right to fear the new surveillance, even when we have nothing to hide, because it reaches beyond the rule of law, stripping us of our privacy (the right to determine the extent to which we release personal information about ourselves) and leaving us vulnerable to arbitrary state interference.

via surveillance studies

Wir betreiben doch keine Willkür!

Eine Highlights von Generalbundesanwältin Monika Harms im Interview mit spiegel online:

Zur Frage ob die Hausdurchsuchungen Anfang Mai gegen Globalisierungsgegner/kritiker über das Ziel hinausgeschossen sind:

Wir betreiben doch keine Willkür! Wir hatten für jede Durchsuchung einen Beschluss des Ermittlungsrichters. Wir haben uns an das Gesetz gehalten, das in Paragraf 129 a Strafgesetzbuch die Bildung einer terroristischen Vereinigung unter Strafe stellt.

Oh ja sicher und wenn die Gesetze nicht passen werden sie überarbeitet:

SPIEGEL: Immerhin haben Richter des Bundesgerichtshofs befunden, dass für Online-Durchsuchungen jegliche Rechtsgrundlage fehlt.

Harms: (…) Das heißt aber nicht, dass der Gesetzgeber die Online-Durchsuchung nicht regeln könnte. Darüber wird derzeit diskutiert.

Und überhaupt warum die ganze Aufregung…

SPIEGEL: Die Frage ist, wann die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit aus dem Gleichgewicht gerät.

Wir werden doch schon jetzt überall erfasst: mit der Kreditkarte oder der Versicherungsnummer, etwa beim Arzt. Wir sind auf dem Weg zum gläsernen Menschen. Demnächst erhalten wir vom Finanzamt eine persönliche Identifikationsnummer, mit der wir überall identifiziert werden können. Ich finde das auch nicht schön, aber wir leben in einer Welt, in der Technik so viele Erfassungsmöglichkeiten hat, dass prinzipiell fast alles über jeden nachvollziehbar ist.

Schnüffel-Tip

Im Farliblog findet sich ein Tipp für alle die nicht ausgeschnüffelt werden wollen:

Man nehme einen Alaunstift (als Blutungsstopper bei vielen Nassrasierern beliebt) und zermahlt ihn in einem Mörser, einer Kaffeemühle oder einer Küchenmaschine zu feinem Pulver. Mit diesem Pulver bestäubt man seine Hosenbeine vor der Demo. Hund kommt - Hund schnüffelt - die Nasenschleimhaut des Hundes zieht sich zusammen, was keinerlei Auswirkung auf die Atmung des Hundes hat, und die Schnüffelei funktioniert nicht mehr.

Schnüffelstaat - Wort Wörtlich

Spiegel Online bringt eine Reportage über den Einsatz von Geruchsproben durch die Polizei.

Die Abnahme des Körpergeruchs ist rechtlich nichts anderes als die von Fingerabdrücken. Und sie ist durch die Strafprozessordnung gedeckt. In den Ausdünstungen steckt ebenso die Identität eines Menschen wie in den Linien seiner Fingerspitzen oder in seiner DNA.

Doch während die Polizei einem Festgenommenen nur unter strengen Voraussetzungen ans Erbgut darf, ist nach dem Gesetz der Finger- wie der Geruchsabdruck zulässig, wenn es zur “Durchführung des Strafverfahrens” erforderlich ist - also praktisch immer.

Wie praktisch für die Paranoiker in den Innenministerien. Und da zur Zeit viel Geld im Bereich der Sicherheitsforschung verdient wird, wird natürlich auch fleissig an der Geruchserkennung geforscht.

Damit Gerüche künftig gerichtsfest auch im Krieg gegen den Terror genutzt werden können, arbeiten US-Wissenschaftler nun daran, die umstrittene Hundemethode digital aufzurüsten. Das US-Verteidigungsministerium finanziert die Geruchserkennung über die Forschungsagentur Darpa - um einen Detektor zu entwickeln, der fremde Kämpfer riechen kann.

Im Schnüffelprojekt haben die Forscher aus Philadelphia bereits herausgefunden, dass der Geruch untrennbar mit dem genetischen Fingerabdruck und insbesondere mit dem Immunsystem zusammenhängt. Jeder Mensch habe einen “einzigartigen, individuellen Geruch”, so Gary Beauchamp, Direktor des Monell Center für Chemische Sinne, des Zentrums der Schnüffelforschung.



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