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Überwachung Made in Germany

Erich Moechel hat sich angesehen welche europäischen Firmen die Diktaturen im Nahen Osten mit Überwachungs-Technologien beliefern.

Laut Powerpoint-Präsentationen der Firma ATIS - die ORF.at vorliegen - kann die Klarios-Überwachungssoftware WWW-Sessions vollständig überwachen, auch die Einbeziehung von Geodaten ist vorgesehen. Durch eine Kombination von GPS-Daten mit Geodaten aus dem Mobilfunksystem ermögliche die Klarios-Suite sowohl “genaues Tracking” (zur Überwachung von Einzelpersonen) aber auch “bad guy gathering” zu erkennen. Dazu gibt es “Hotzone in/out alerts”.
Übersetzt in den Alltag Jemens oder Saudi-Arabiens heißt das: Die Truppen von Polizei und Geheimdiensten werden hart an der Echtzeit alarmiert, sobald die Anzahl von Mobiltelefonen in irgendeiner Funkzelle auf neue Ansammlungen von Demonstranten schließen lässt.

Was Vorratsdaten über uns verraten

Der Grünenpolitiker Malte Spitz hat sich Zugriff auf seine angesammelten Vorratsdaten erklagt und veröffentlicht sie in der Zeit.

Malte Spitz hat sich daher entschlossen, seine Vorratsdaten aus dem Zeitraum August 2009 bis Februar 2010 zu veröffentlichen. (…) Mehr als 35.000 Mal also hat sein Mobiltelefon in diesem halben Jahr Informationen Preis gegeben. Jede einzelne davon ist im Zweifel unbedeutend und harmlos, in der Summe aber ergeben sie das, was Ermittler ein Profil nennen – ein klares Bild über Gewohnheiten und Vorlieben, ja über das gesamte Leben. (…) Ermittler würden noch sehr viel mehr erfahren, als aus unserer Karte zu erkennen ist – denn einen Teil des Datensatzes veröffentlichen wir nicht: Wen Malte Spitz angerufen hat und wer ihn anrief, die Nummern seiner Kontakte also, sind nicht darin enthalten. Diese Informationen würde nicht nur die Privatsphäre sehr vieler Menschen verletzen, sie würden auch – selbst wenn wir die Nummern verschlüsselt hätten – viel zu viel über Malte Spitz verraten.

Die Zeit hat auch eine sehr schöne Visualisierung der Daten mit Google Maps.

Americans enjoy no “reasonable expectation of privacy”

Das FBI hat ohne richterliche Genehmigung die Position von 180 Handy ermittelt. Interessant ist was die Regierung nach bekannt werden zu dem Vorgehen sagt:

In that case, the Obama administration has argued that warrantless tracking is permitted because Americans enjoy no “reasonable expectation of privacy” in their—or at least their cell phones’—whereabouts. U.S. Department of Justice lawyers say that “a customer’s Fourth Amendment rights are not violated when the phone company reveals to the government its own records” that show where a mobile device placed and received calls.

Goldmine Verbindungsdaten

Nicht nur der Staat hat Interesse an den Verbindungsdaten von Handys, berichtet Technology Review.

„Handys sind einfach überall. Die Auswertung der Verbindungsdaten kann die Untersuchung von menschlichem Verhalten revolutionieren“, schwärmt Ramón Cáceres vom Forschungslabor des Telekommunikationsriesen AT&T. (…) Da fast jeder Bürger ein Handy hat, ist die Datenmenge im Vergleich zu anderen Datenquellen gigantisch. Die so gefundenen Mobilitätsmuster könnten sowohl Immobilienpreise als auch Straßenwerbung auf eine ganz neue Grundlage stellen. Über dieser potenziellen Goldmine würden zurzeit wohl Mobilfunkdienste auf der ganzen Welt brüten, meint Bolot.

Na danke! Man darf wohl davon ausgehen, dass Telefonieren trotzdem nicht kostenlos wird.

Handy Tracking via GSM

Ein Angriff auf die GSMN Infrastruktur erlaubt es Angreiferen Handys via GSM zu tracken.

Turns out you don’t even need a GPS to track a mobile phone user’s whereabouts and glean her movements and interactions: Researchers have discovered a way to use information from the GSM mobile infrastructure to track down someone and even listen in on her voicemail messages and calls. (…) Bottom line is it demonstrates inherent weaknesses in the way mobile providers interoperate over the GSM infrastructure. “There is a soft underbelly in the cell phone network…it’s an interoperability thing,” Bailey says. “We are taking advantage of the way these companies are exposing interfaces to each other. That’s where it becomes a serious problem.”



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