RFID-Verschlüsselung geknackt

Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben Chipkarten vom Typ DESFire MF3ICD40 geknackt. Da diese werden häufig in Bezahl- und Zugriffskontrollsystemen verwendet und uns immer versprochen wird wie toll und sicher alles wird wenn die Dinge erstmal massenhaft im Einsatz sind, ist das ein netter Realitätscheck.

Die von NXP hergestellten RFID-Karten sind mittels Triple-DES gesichert, einer aus mathematischer Sicht unknackbaren Chiffre. Die Bochumer Forscher konnten den 112-Bit-Schlüssel dennoch vollständig auslesen, indem sie Veränderungen im Magnetfeld untersuchten. “Wir haben den Stromverbrauch der Chips beim Ver- und Entschlüsseln mit einer kleinen Sonde gemessen”, erklärt David Oswald, Mitglied des Teams um Professor Christof Paar.

Mit dem Schlüssel lassen sich unerkannt beliebig viele Kopien einer Karte erstellen. Der Aufwand dafür hält sich in Grenzen: “Für unsere Messungen brauchten wir eine RFID-Karte, ein Lesegerät, die Sonde und ein Oszilloskop, mit dem wir den Stromverbrauch beobachten können”, sagt Oswald. Der reine Materialpreis für die Ausrüstung betrage nur wenige Tausend Euro. Der Zeitaufwand liege bei rund sieben Stunden – detailliertes Vorwissen zu Aufbau und Charakteristika der Karte vorausgesetzt.

 

bvt