Eagle Glint

In der FAZ erzählt Constanze Kurz ein wenig welche Kommunikationstechnik “moderne” Diktaturen so einsetzen:

Eagle Glint bietet – wie die meisten solcher Systeme – eine Möglichkeit, sich Kommunikationsbeziehungen graphisch anzeigen zu lassen. Aus den abgefangenen Daten entsteht ein visuell eingängiges Geflecht von sozialen Bindungen. So ist es für die Staatssicherheit der von Amesys belieferten Diktaturen ein Leichtes, ganze Oppositionsgruppen, deren Kollegen und Familien aufzuspüren, sobald sich ein Mitglied im Netz verdächtig macht. Je länger die Beobachtung dauert, je mehr Freunde und Bekannte durch Kommunikationsbeziehungen identifiziert werden, desto vollständiger wird das Bild der Gruppe.

Eine andere Möglichkeit, die das System schafft, ist die selektive Störung des Datenflusses. Wenn die Anzahl der Regimegegner – wie in Libyen – zu groß wird, wenn es nicht mehr möglich ist, jeden, der nach dem falschen Begriff sucht oder den falschen Personen E-Mails schickt, festzusetzen und in einen Folterknast zu werfen, können DPI-Systeme zur flächendeckenden Unterdrückung von Dissens benutzt werden.

 

bvt