Spy-Phone

Ich werde mich wohl doch noch um ein Android Fon kümmern müssen, schade eigentlich, aber Apples Patentantrag 20100207721 (“Systeme und Verfahren zum Identifizieren nicht-autorisierter Nutzer eines elektronischen Geräts”) geht mir deutlich zu weit:

Der Antrag beschreibt Methoden wie diese:

  • Das System soll die Identität eines Nutzers anhand verschiedener Merkmale prüfen. Als Beispiele nennt der Antrag: “Ein Foto des aktuellen Nutzers kann aufgenommen werden, ein Mitschnitt der Stimme kann aufgezeichnet werden, der Herzschlag kann protokolliert werden.” Software soll diese Daten auswerten, ausdrücklich wird ein System zur Gesichtserkennung genannt, und mit den bereits aufgezeichneten Merkmalen autorisierter Nutzer vergleichen.
  • Diese Aufzeichnungen können in bestimmten Ausführungen des Systems verdeckt erfolgen. Wortwörtlich steht im Patentantrag: “In einigen Gestaltungen kann die Aufnahme angefertigt werden, während der Nutzer telefoniert, in anderen Fällen kann das Gerät alle Stimmen oder Geräusche aufnehmen, die erfasst werden, unabhängig davon, ob ein Anruf erfolgt oder nicht.”
  • Die Kamera des Geräts kann Aufnahmen der Umgebung machen und analysieren, ob darauf außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten zu sehen sind und anhand dieser die aktuelle Position des Gerät bestimmen.
  • Der Bewegungssensor des Geräts soll einer Software Daten liefern, die anhand einer “Datenbank von Erschütterung-Profilen die aktuelle Transportart des elektronischen Geräts feststellt”.

Neu und beunruhigend an Apples Patentantrag sind die Ideen zur Nutzung dieser Sensoren. Die Überwachungssoftware wird nicht auf das Kommando eines Menschen aktiv, sie läuft immer mit. Man muss sein Gerät nicht als gestohlen melden, das erledigt es von selbst. Wenn das Gerät - sagen wir der Anschaulichkeit halber das iPhone - vermutet, dass es von einem nicht-autorisierten Nutzer bedient wird, kann es heimlich Warnmeldungen verschicken. An - so die Beispiele aus dem Patentantrag - “den Besitzer, die Polizei, andere zuständige Behörden, Personen aus dem Adressbuch des Geräts”.

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