Schnüffelstaat - Wort Wörtlich
Spiegel Online bringt eine Reportage über den Einsatz von Geruchsproben durch die Polizei.
Die Abnahme des Körpergeruchs ist rechtlich nichts anderes als die von Fingerabdrücken. Und sie ist durch die Strafprozessordnung gedeckt. In den Ausdünstungen steckt ebenso die Identität eines Menschen wie in den Linien seiner Fingerspitzen oder in seiner DNA.
Doch während die Polizei einem Festgenommenen nur unter strengen Voraussetzungen ans Erbgut darf, ist nach dem Gesetz der Finger- wie der Geruchsabdruck zulässig, wenn es zur “Durchführung des Strafverfahrens” erforderlich ist - also praktisch immer.
Wie praktisch für die Paranoiker in den Innenministerien. Und da zur Zeit viel Geld im Bereich der Sicherheitsforschung verdient wird, wird natürlich auch fleissig an der Geruchserkennung geforscht.
Damit Gerüche künftig gerichtsfest auch im Krieg gegen den Terror genutzt werden können, arbeiten US-Wissenschaftler nun daran, die umstrittene Hundemethode digital aufzurüsten. Das US-Verteidigungsministerium finanziert die Geruchserkennung über die Forschungsagentur Darpa - um einen Detektor zu entwickeln, der fremde Kämpfer riechen kann.
Im Schnüffelprojekt haben die Forscher aus Philadelphia bereits herausgefunden, dass der Geruch untrennbar mit dem genetischen Fingerabdruck und insbesondere mit dem Immunsystem zusammenhängt. Jeder Mensch habe einen “einzigartigen, individuellen Geruch”, so Gary Beauchamp, Direktor des Monell Center für Chemische Sinne, des Zentrums der Schnüffelforschung.

