Sicherheitstheater
Seit November 2006 dürfen laut EU-Verordnung 1546/2006 Flüssigkeiten nur noch in durchsichtigen Behältnissen mit maximal 100 Millilitern in einem ebenfalls durchsichtigen Plastikbeutel mit maximal einem Liter Fassungsvermögen ins Flugzeug mitgenommen werden. Der Grund: angeblich haben britische Behörden einen Sprengstoff-Anschläge mit zwei Flüssig-Komponenten auf transatlantische Flüge verhindert.
Dazu heute in der sz:
„TATP als Sprengstoff im Flugzeug herzustellen, ist höchst unwahrscheinlich“, sagt Horst Krause vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal zu sueddeutsche.de. Der Grund: Um TATP herzustellen, muss ein Attentäter viel Zeit und viel Kälte mitbringen.
Die gemischten Komponenten Aceton und Wasserstoffperoxyd müssen wenigstens zwei Stunden lang unter ständiger Kühlung gerührt werden. Dann muss die Flüssigkeit zehn Stunden in Ruhe verdampfen können. Nur die zurückbleibenden Kristalle sind explosiv. Das alles gilt unter Laborbedingungen. Ein Langstreckenflug London New-York dauert zehn Stunden. Die Zeit hätte nicht ereicht.

